Die Worte Europa und Europäische Union sind nicht mehr das Böse.

Die Vereinbarungen im europäischen Konjunkturprogramm vom 21. Juli sind enorm. Macron bezeichnete sie als historische Momente. Zu Recht: es ist jetzt ein entscheidender Schritt zur politischen Integration.

Drei Jahre Beharrlichkeit und eine schwere Gesundheitskrise

Die Sorbonne-Rede von 2017 und die Meseberger Erklärung von 2018 hatten den Ton angegeben, ohne die vorgeschlagenen Visionen zu konkretisieren. Emmanuel Macrons Beharrlichkeit, mit Leib und Seele drei Jahre lang ein gescheitertes europäisches Projekt zu verteidigen, hat gerade eine große und entscheidende politische Wende genommen. Europa verwirklicht einen politischen, wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Willen. Die Worte Europa und Union und Europäische Union sind keine Übel mehr.

Sicherlich haben sich die Genügsamen Gehör verschafft, indem sie den Ehrgeiz wieder aufleben ließen und die Buchhaltungsdiskussion gegenüber der politischen Diskussion bevorzugten. Aber sie haben sich auf die Seite der guten Sache gestellt, wenn auch mit Finanzrabatten. Europa hat damit mit 390 Milliarden Subventionen aus seinem Konjunkturprogramm einen entscheidenden Schritt in Richtung Haushaltsföderalismus getan.

Europäischer Multilateralismus: Das Paar Merkel-Macron hält fest

Natürlich werden viele verstanden haben, dass ohne die deutsch-französische Initiative vom 18. Mai der heutige Tag nicht das wäre, was er ist. Ein deutsch-französisches Paar, das in völliger Harmonie und mit einer Stimme spricht, ist in der Tat eine echte Impulskraft, die viele Hindernisse auf dem Weg zum europäischen Fortschritt überwinden kann.

Mit ihrem Charisma und fünfzehn Jahren erfolgreicher Amtsführung hat Angela Merkel unglaubliche Kühnheit bewiesen und damit einen entscheidenden Beitrag geleistet. Ohne Macron ist es nicht sicher, dass diese Kühnheit gelungen ist: Auch der Präsident hat eine beachtliche Leistung vollbracht. Das eine löscht also das andere nicht aus; die beiden verstehen einander und arbeiten Hand in Hand am europäischen Projekt. Ein Geschenk des Himmels für den europäischen Multilateralismus.

Eine europäische Lösung für wirtschaftliche und geopolitische Missstände

Die europäische Solidarität nimmt Gestalt an, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Die Vergemeinschaftung der Souveränität ist ein Wunsch, den die Menschen in Europa angesichts der geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen noch nicht erfüllt haben. Sie sind es leid, oft nur Zuschauer zu sein, und wollen über die allzu sterile Debatte über die Existenz oder Nicht-Existenz der Europäischen Union hinausgehen und ihre Entscheidungsrolle in ihr spielen.

Das Linienschiff Europa auf dem Weg der Integration neu auszurichten, bedeutet, den Stolz zu pflegen, Europäer zu sein. Jeden Tag. Daher ist es wichtig, eine permanente, zugängliche und verständliche politische Debatte einzurichten, um jeden demokratischen Zusammenbruch zu vermeiden. Das ist der Preis, den wir zahlen müssen, wenn es uns gemeinsam gelingen soll, unsere Souveränität zu bündeln. Ein großer Schritt vorwärts im Aufbau Europas!

Bildnachweis : Gerd Altmann von Pixabay

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