Die schweigende Mehrheit streikt auf unbestimmte Zeit.

Ohne Vorankündigung beschließt die schweigende Mehrheit einstimmig, in den Streik zu treten. Angesichts der jahrzehntelangen Diktate einer Kategorie der französischen Bevölkerung kommt die stumme Mehrheit aus ihrem Schweigen heraus. Sie, oft bescheiden, die nicht über die Mittel verfügt, um in den Streik zu treten, die nicht über die Mittel verfügt, um zu demonstrieren, oder die den Willen hat, ihrer Arbeit Priorität einzuräumen, beschließt zu handeln.

Die schweigende Mehrheit hält die Minderheit als Geisel.

Die Minderheit ist die gleiche Minderheit, die seit Jahrzehnten Millionen von Nutzern als Geiseln hält, indem sie ihnen das Recht auf Reisen nimmt, den Schienentransport von Unternehmensgütern blockiert, das Defizit ihrer Unternehmen erhöht, ja sogar die Wirtschaft des Landes sabotiert.

Denn ja, das Streikrecht ist nicht mehr das einzige Privileg dieser Minderheit. Es war übrigens nie...

Meine Damen und Herren, Fahrer, Lkw-Fahrer, Fluglotsen, Piloten und rückfällige Streikende, Sie müssen jetzt lernen, mit all die müden, verärgerten Bürger geworden sind.Meine Damen und Herren, Sie müssen lernen, Ihr Brot zu backen, denn die Bäcker arbeiten nicht mehr: sie streiken. Erwarten Sie nicht, dass Sie einen frischen Salat oder reife Tomaten finden: Sie müssen sie selbst anbauen. Die Mitarbeiter der Supermärkte, der Discounter und der Lebensmittelgeschäfte in der Umgebung sind alle in einen unbefristeten Streik getreten.

Die schweigende Mehrheit ist bereit, die Wirtschaft zu brechen. Es wurde auch Zeit.

Dazu blockiert es die Kommunikationsinfrastruktur. Sie nutzt nur ihr Streikrecht. Es hat keinen Sinn, ihre Gewerkschaftsdelegierte per Telefon, E-Mail oder Instant Messaging zu erreichen. Zum Glück gibt es immer noch das Fahrrad, um eine Botschaft der Versöhnung zu senden oder das Verhandlungsangebot der Gewerkschaft zu vermindern. Weil die Tankstellen trocken sind, ist der Fuhrpark blockiert.

Der Hamburger wird zu einer vagen Erinnerung, denn auch die Metzger streiken. Baustellen, Straßen und Brücken bleiben unfertig, der Fehler liegt in der Mühsamkeit der Baugewerke: alle streiken. Die Minderheit, oft ultraradikalisiert, versteht die Situation immer noch nicht und beruft sich auf den sozialen Zusammenhalt, den die rückläufigen Gewerkschaften nach eigenen Angaben neu erfinden wollen. Die Gewerkschaften verlieren langsam aber sicher die Kontrolle über ihre Basis. Die schweigende Mehrheit spricht von Gleichheit, Gerechtigkeit, Gleichheit unter den Franzosen. Ein Dialog der Gehörlosen, um die Wahrheit zu sagen. Wird die Vernunft Recht behalten?

Die schweigende Mehrheit der Ameisen streiken, um die Zikaden und ihre speziellen Diäten zu finanzieren.

Panik unter den Zikaden, deren viele Rentensysteme, die seit vielen Jahren defizitär sind, bankrott sind. Die Ameisen arbeiten nicht mehr, um sie zu finanzieren, sie streiken, weil sie die Nase voll haben. Keine Transfers und Subventionen an milliardenschwere Alterversorgungssysteme mehr zum Ausgleich: die Zikaden müssen den Gürtel enger schnallen. Keine Leistungen mehr, keine großzügigen Renten, keine Finanzierung erworbener Defizite. Schlimmer noch, sie sind auch nicht mehr finanzierbar.

Angesichts dieses provozierenden Szenarios ist die Realität anders

Die Medien kochen mit und helfen, eine angstauslösende Atmosphäre aufrecht zu halten, Unordnung zu schaffen. Wir sind weit, sehr weit von der primären und pädagogischen Rolle der Medien entfernt, die Realität der Zahlen ist anders als die mediale Wahrnehmung.

In Frankreich ist zwischen 55 und 59 Jahren jeder vierte gute Mensch nicht mehr berufstätig, in Deutschland nur noch jeder fünfte. Die gesetzliche Altersgrenze in Frankreich liegt bei 62 Jahren; tatsächlich gehen die Franzosen im Durchschnitt mit 60,8 Jahren in Rente. In Deutschland wird die Altersgrenze bis 2031 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Reform von 2007. Das faktische Renteneintrittsalter im Jahr 2018 betrug 64,1 Jahre.

64 Jahre alt, da war doch was, oder ? Ist das nicht die rote Linie, die man nicht überschreiten darf? Die Zikaden vermeiden auf jeden Fall seltsamerweise den Vergleich von geschäftigeren Systemen mit ständigen Blockierungen und Störungen.Wir sind Zeugen einer wahren Umkehrung des Vergleichs.

Die schweigende Mehrheit fordert eine gerechte und durchgreifende Reform.

Das derzeit großzügigere Rentensystem der Franzosen hat einen Preis.

Während in Deutschland Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 9,3 % an Rentenbeiträgen zahlen, zahlen französische Arbeitnehmer 11,2 % und Arbeitgeber sogar 16,3 % in ihre Rentenkasse ein. In Deutschland gibt es keinen politischen Streik. Frankreich ist somit eines der wenigen Länder der Welt, in dem die Rentner ein höheres Einkommen als die allgemeine Bevölkerung haben: 103,2% des Durchschnittseinkommens.

Angesichts des derzeitigen fragmentierten, komplexen und unverständlichen Rentensystems ist das Dilemma aus zwei Gründen vielfältig.

Eine weitere Erhöhung der Rentenbeiträge gilt als politisch nicht durchsetzbar, wenn die Nachfrage des Volkes nach einer Steigerung der Kaufkraft besteht. Die Möglichkeit, das derzeitige Rentenniveau zu senken, ist undenkbar. In diesen beiden Punkten sind sich ausnahmsweise die Zikaden der radikalisierten Minderheit und die Ameisen der schweigenden Mehrheit einig.

Dies lässt nur wenige politische und wirtschaftliche Optionen, um aus einer Gesellschaft des Misstrauens eine Gesellschaft des Vertrauens zu bilden. Die Verschiebung des Rentenalters und die Anpassung der Berechnungsmethoden ist die beste, weil sie gerecht und nachhaltig ist. Wann wird die Minderheit es verstehen? Die schweigende Mehrheit weiß das schon lange.

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