Hat die Sozialdemokratie ausgedient?

Der langsame Niedergang der Sozialdemokratie auf der europäischen Bühne kann uns nicht entkommen. Während im Jahr 2000 zehn der fünfzehn Regierungen in Europa ihre Daseinsberechtigung aus der Europäischen Union gezogen haben, erleben wir jetzt ihr Debakel.


Die bayerischen Wahlen vom 14. Oktober haben uns daran grausam erinnert. Deshalb ist es legitim, die Befürchtungen der Betroffenen am Vorabend der nächsten Wahl in Frankfurt, wieder in Deutschland, zu verstehen, damit es nicht zu einem echten Alptraum wird.

Die Sozialdemokratie hat das Boot verpasst.

Ich werde Sie sicherlich überraschen, indem ich die Erklärungen von Jean-Luc Mélenchon, einem unserer treuesten Kritiker, wiederhole. Abgesehen von ihrer medialen Aura und manchmal zu provokant, bringt uns ihre präzise Analyse von 2013 dennoch eine gewisse Klarheit.

Angesichts der liberalen Globalisierung hat die Sozialdemokratie keine soziale und politische Antwort gefunden. Schlimmer noch, sie hätte sich verpflichtet, den Sozialstaat, den sie aufgebaut hatte, methodisch rückgängig zu machen. Die Starken sind die Garanten für die Schwächsten, während jeder an der Gesellschaft teilnehmen kann. Es ist diese philosophische Grundlage, die scheitert. Die allmähliche Transformation der alten europäischen Sozialdemokratie führt zur ideologischen und kulturellen Zerstörung der Linken. Daher ist das Verschwinden von Politik und Wahlen eine logische und unerbittliche Folge.

Außer Atem, ja, das ist sie!

Die Sozialdemokratie ist oder war eine Arbeiterbewegung, die durch Bildung, Disziplin, Solidarität und Kampf eine bessere Welt schaffen soll, das dürfen wir nicht vergessen. Die sozialen Umfelder, die sie unterstützen, lösen sich jedoch nacheinander auf. In Deutschland, aber auch in Europa, hören die Herzen auf zu schlagen, sie orientieren sich angesichts von politischem Realismus und kollektivem Pessimismus neu.

Die Frage ist dann, wo und wie man sich neu orientieren kann?

Die Infragestellung traditioneller Werte ist in vollem Gange und der Bürger überdenkt die Karten. Wenn er genauer hinschaut, erkennt er, dass es sich bei diesen Werten um wesentliche Werte handelt, die sich über die Divisionen hinweg durchsetzen. Ja, ihre Themen und Anliegen werden also der soziale Zusammenhalt, das Umweltengagement, der ökologische Übergang und der Schutz sein.
Aber vor allem geht es darum, den Wandel zu kontrollieren und die Souveränität bei den zu treffenden Entscheidungen wiederherzustellen. Zustimmung zu Änderungen gegenüber auferlegten Änderungen. Die Neuausrichtung ist daher wirklich politisch und erfolgt nachhaltig.

Die Sozialdemokratie stirbt, weil sie nicht in der Lage war, die notwendigen Visionen zu verwirklichen und ihre Ideale zu aktualisieren. Atemlos lässt sie eine große Lücke hinter sich. Sie kann jedoch stolz auf die erzielten Fortschritte bleiben.

Es ist an der Zeit, einem innovativen politischen Projekt Platz zu machen, das sowohl unterstützend als auch vereinigend wirkt. Die nächsten Monate werden entscheidend für den Aufbau dieses neuen Gesellschaftsmodells sein. Lassen Sie uns das klar stellen.

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